Sharman Riegger hat, was in Berliner Kurswerkstätten selten geworden ist: eine
klassische, dreijährige Lehre — beim Meisterkeramiker Uwe Löllmann, an
japanischen Holzbrandöfen, ergänzt um Studienaufenthalte in Japan. Diese
Gründlichkeit spiegelt sich im Kursplan des Collective an der Wollankstraße:
Der fünfwöchige Anfängerkurs an der Scheibe zerlegt das Handwerk in seine
Reihenfolge — Kneten, Zentrieren, Hochziehen, Abdrehen, Henkel — statt schnelle
Erfolgserlebnisse zu simulieren.
Maximal sechs Personen pro Kurs, unterrichtet auf Deutsch oder Englisch (pro
Kurs ausgewiesen). Neben Riegger unterrichten Chiu Ching Man, die mit einem
Kunststudium aus Hongkong geschichtete Aufbautechniken mitbringt, und
Kristina, die als praktizierende Psychotherapeutin und Yogalehrerin im Team
für eine Kursatmosphäre steht, in der Fehler Arbeitsmaterial sind und kein
Urteil.
Bemerkenswert für den Kiez: Das Studio bietet einen externen Brennservice —
wer zu Hause töpfert, bekommt hier gebrannt. Solche Infrastruktur-Großzügigkeit
ist die Ausnahme, nicht die Regel.