Das klügste Detail bei claï steht im Kursplan: Der vierteilige Drehkurs
beginnt mit zwei Terminen an aufeinanderfolgenden Tagen — damit das
Muskelgedächtnis fürs Zentrieren nicht übers Wochenende zerfällt — und legt
dann eine Trockenwoche ein, bevor Abdrehen und Glasieren folgen. Das ist
Lerndesign, kein Zufall: Der Rhythmus des Kurses folgt dem Material und dem
Gedächtnis zugleich.
Maximal vier Personen arbeiten in der ehemaligen Buchbinderei von 1865 in
der Christinenstraße; vor der Anleitung steht eine kurze somatische Übung,
auf der Terrasse gibt es Klangbäder. Kursberichte beschreiben eine intime,
ruhige Atmosphäre und Schritt-für-Schritt-Anleitung. Stefanie Opitz kam über
Architektur und ein Wirtschaftsstudium zur Keramik und arbeitet seit 2021
hauptberuflich mit Ton; ihre Geschirrlinien EDDA und AGATA — dünne Wände,
klare Linien, Westerwälder Tone — geben die Formensprache des Hauses vor.
Wer bleiben will, findet offene Studiozeiten und Mitgliedschaften mit Ofen-
und Scheibenzugang. »Sound Meditation & Clay« ist übrigens genau das, was
der Name sagt: ein 2,75-stündiger Workshop, kein Retreat.