Das technische Menü von Ceramic Kingdom liest sich wie das Curriculum einer
kleinen Kunsthochschule: Aufbau, Scheibe, Gipsformenbau und Schlickerguss,
Glasurchemie, Sgraffito — und 3D-Druck in Ton, den in Berlin kaum ein zweites
Kursstudio anbietet. »Progressive Kunstschule« ist hier keine Floskel, sondern
Programmbreite.
Dahinter steht Violaine Toth, französische queere Künstlerin mit
Ausstellungen bei Latch Key und Plantcircle: ornamentale Arbeiten zwischen
Arts and Crafts und Retro-Futurismus, schwarze und transparente Glasuren,
Kooperationen mit Tattoo-Künstlern, Illustratoren und Musikern. Der Raum in
der Reuterstraße versteht sich als ausdrücklich intersektionaler Safe Space —
und das Resident-Artist-Programm vergibt internationalen Künstlern zwei bis
sechs Monate kostenlosen Studioplatz gegen Workshops und Talks: der stärkste
Community-Mechanismus dieser Recherche.
Kursberichte loben Luis und Mehrnaz dafür, die Physik der Drehscheibe
begreifbar zu machen. Ehrlich bleiben muss man bei den Zahlen: Preise,
Gruppengrößen und Buchungsweg der Gruppenkurse sind unveröffentlicht — ein
Kursbericht meldet zudem erst vor Ort genannte Zahlungsdetails. Beides klären
wir im Gespräch, bevor dieses Listing weitergeht.