Die stille Pointe von Blayse Ceramic steht nicht im Kursplan der ersten Wochen,
sondern dahinter: Es geht weiter. Auf »Try The Wheel« (zwei Tage) folgt »Learn
the Wheel« (fünf Tage), darauf Geschirrserien mit wiederholbaren Formen,
Fermentationsgefäße — und schließlich das Glaze Chemistry Lab, in dem man über
vier Tage eigene Glasuren entwickelt. Ein echter Aufbauweg für Fortgeschrittene
ist in Berlin selten; hier ist er das Programm.
Hinter dem Studio mit Showroom in Weißensee steht Riccardo Colombo, der neben
dem Unterricht Auftragsarbeiten und Markenkooperationen fertigt und
Glasurchemie betreibt, wie andere Leute Quellenstudium: systematisch,
dokumentiert, mit Laborprotokollen. Diese Strenge prägt auch die Werkstatt —
ungiftige Materialien, klare Regeln zu Kleidung und Umgang mit Rohstoffen.
Bemerkenswert ist der offene Zugang: Open-Studio-Termine ab 25 € (Scheibe),
30 € (Aufbau) oder 35 € (Glasur) sind der günstigste Weg zu kontinuierlicher
Übungspraxis, den wir in dieser Recherche gefunden haben. Wer einmal
angefangen hat, muss hier nicht wieder bei null buchen.