Elizaveta Barsega hat über zehn Jahre dort gelernt, wo Keramik nicht Kurs,
sondern Alltag ist: bei Meistertöpfern in Marokko und im Rif-Gebirge, in
Nordthailand, in Georgien — ethnografische Materialforschung als Ausbildung.
Im Studio mit Galerie in der Andreasstraße wird daraus eine Spezialität, die
man in Berlin sonst kaum findet: eigene Glasuren aus lokalen Mineralien,
Holzasche und Lavasanden.
Die Didaktik dreht die übliche Reihenfolge um: Erst kommen Geschichte und
Wissenschaft des Materials, dann die Scheibe. Mehrwöchige Designkurse bauen
theoriegeleitet auf; das Lehrteam trägt dabei akademisches Gewicht — Viviane
Tabach unterrichtet saisonal an der UdK Berlin und beherrscht die
Marmorierung von Ton, Juliane Wallau bringt sieben Jahre bildhauerische
Praxis mit.
Ein ungewöhnlicher Zugangsweg fällt auf: Wer einen Onlinekurs des Studios
abschließt, bekommt einen Monat physische Studiomitgliedschaft geschenkt —
eine Brücke vom Bildschirm an die Werkbank. Weniger erfreulich ist die
Datenlage bei Stunden und Preisen: Sie sind großteils unveröffentlicht, und
wir tragen sie im Gespräch nach.